Neubau Joachim Herz Stiftung Hamburg

Neubau Joachim Herz Stiftung Hamburg

Die Hamburger Joachim Herz Stiftung, die sich der Bildung und Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses verschrieben hat, plant in Hamburg-Langenhorn den Neubau ihres Stiftungssitzes. Der zweigeschossige Neubau wird den bestehenden, weithin sichtbaren zentralen Turm umspielen und integrieren – Transparenz und gleichzeitig Intimität sind die Gegensätze, die sowohl der Hochbau als auch die Außenanlagen zu überwinden versuchen.

Das fast 1ha große Grundstück inmitten eines Gewerbegebietes wird dreiseitig von Straßen umgeben. Prägend ist, neben dem bereits erwähnten Turm, ein grüner Rücken aus Laubbäumen im Norden und Westen entlang der Langenhorner Chaussee. Dieser schafft Intimität und soll durch
zusätzliche Baum- und Strauchpflanzungen weiter gestärkt werden. Der Süden und der Osten sollen sich von dieser Dichte absetzen und sich, dem Charakter der Stiftung entsprechend, dem öffentlichen Raum zuwenden: Heckenpakete, die immer wieder unterbrochen sind, sowie eine großzügige Öffnung im Bereich des Haupteingangs erlauben Einblicke. Der Spagat aus Intimität und Transparenz scheint zu gelingen.

Die zentrale Zufahrt und damit der repräsentative Eingangsbereich werden vom Oehleckerring aus erreicht. Hochwertiges Pflastermaterial im Kleinformat umspielt wie ein Teppich den Eingang und erstreckt sich entlang des Gebäudes bis in den rückwärtigen Bereich hinter den umgebauten Turm. Eine ovale Pflanzinsel, die sich vom Pflasterniveau absetzt und deren Rand als Sitzgelegenheit ausgebildet wird bietet drei großkronigen Laubbäumen Raum. Vom Platzniveau führt eine großzügige Stufenanlage mit einer zentralen integrierten Rampe auf das ca. 80 cm höher gelegene Niveau des Erdgeschosses.

Die Stellplatzanlage im Nordosten des Grundstücks wird von Hecken gesäumt, die den Blick auf das nachbarliche Gewerbegrundstück verstellen. Sie werden von locker gestreuten, neu gepflanzten Bäume überstellt, die den im Westen schon vorhandenen ‚Grünrücken’ des Grundstücks hier ergänzen.

Im Westen des Eingangsplatzes schließt ein großzügiger Gartenbereich für Aufenthalt und Kontemplation an. Er wird von einer großen Wasserfläche am Haus bestimmt, die durch harte gebaute Kanten am Haus und weiche, bepflanzte Uferzonen einen Spannungsbogen zwischen Architektur und Außenraum entstehen lässt. Direkt am Gebäude führt die Fortsetzung des Pflasters des Eingangsbereichs auf ein niveaugleiches Holzdeck, welches sich im Bereich der Cafeteria schwebend über den Teich hebt. Der Kantine ist auf Erdgeschossniveau ca. 1,0 m über dem Wasser eine kleine Steinterrasse vorgelagert. Von hier aus überblickt man den gesamten Gartenbereich mit den zentralen Elementen – der großzügigen Teichanlage, dem Wandelweg, dem Gartenpavillon sowie der als Abschluss und Rücken fungierenden skulptural geschnittenen Hecke. Wandeln, Füße im Wasser baumeln lassen, Mittagessen auf Deck, sinnierend die Sonne genießen, ein informelles Gespräch zwischendurch – der rückwärtige Gartenbereich erlaubt Mitarbeitern und Gästen ein vielfältiges Angebot als Ausgleich im Alltag.

Bauherr: Joachim Herz Stiftung
Architekten: Kitzmann Architekten, HH
LPH: I – VIII
Planung / Bau: 2012 – 2014
Bearbeitungsfläche: 9.500 m2